Dienstag, 13. mai 2008
Am vergangenen Wochenende war EVA zu Gast in Dresden. Das Evangelische Jugendfestival lockte tausende junge Menschen nach Dresden - manche waren noch vom Christival gezeichnet.

Workshops, Konzerte in und vor den Kirchen, Projektmeile....etc; manchmal hatte man den Eindruck, dass das Angebot zu groß war. Die Bereitschaft der Jugendlichen Verantwortung zu übernehmen ist größer als man denkt. Das sah man bei EVA nicht zuletzt an den rund 300 Ehrenamtlichen, die EVA begleitet haben. Wer das Engagement der Jugend gesehen hat, braucht keine Angst zu haben, dass die nächste Generation die Bindung zur Kirche verliert.

EVA bestand allerdings nicht nur aus Jugendlichen nach "EVA-Verständnis" (16-28 J.) Am Wochenende ist Dresden Tourismushochburg; viele wollen dann auch die Frauenkirche sehen. Selbige war - bis auf wenige Ausnahmen - aufgrund der EVA-Veranstaltungen allerdings nicht zugänglich. Manch einer wollte auch nur zu einer einzigen Veranstaltung (sehr gefragt war die Nacht der Lichter in der Kreuzkirche). Daher kam es durchaus vor, dass sich auch über 28jährige in den EVA-Veranstaltungen fanden.

Meine beiden persönlichen Höhepunkte: eine Frau fortgeschrittenen Alters, die am Freitag unbedingt (und nur) in den Eröffnungsgottesdienst wollte. Schließlich bekam sie ein Festivalbändchen; am Sonntagnachmittag lief sie immer noch fröhlich von Workshop zu Workshop. Das Zweite: ein Pfarrer (den ich eigentlich nur im Anzug kannte) in Jeans und Turnschuhen, der auf dem Neumarkt tanzte.....Jugendlichkeit ist eben doch keine Frage des Alters


von Sabine Graul
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Montag, 5. mai 2008
Gestern abend gab es einen "ökumenischen" Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche, der meine Überzeugung bestätigte: die sogenannte Ökumene gehört zu den verlogensten Angelegenheiten innerhalb der Kirche(n). Ich kann nicht auf der einen Seite nach "Ökumene" schreien und auf der anderen Seite Kirchen die Existenzberechtigung als Kirche absprechen.

Ehrlicher wäre es, zu den Unterschieden zu stehen und auch auszusprechen, dass ein Zusammenkommen der christlichen Kirchen nicht möglich ist (mit anderen Kirchen noch weniger) - zu große sind die Unterschiede im Detail. So viel Scheinheiligkeit ist auch in Liebe nicht zu ertragen.

Mt 26,73
von Sabine Graul
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Montag, 28. april 2008
...so lautete das Schlagwort bei Spiegel online. Das Magazin berichtete, dass Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen zunehmend auf Hartz IV angewiesen seien, weil das Einkommen nicht ausreiche. Es sei schlimmer als bei Aldi oder Lidl.

Das Problem läge darin, dass Einrichtungen der Diakonie Stellen auf 75% begrenzen. Auf die Frage ob es christlich und gerecht sei, Menschen so zu beschäftigen, dass sie von ihrem Gehalt nicht mehr leben können gab es zur Antwort: Die Alternative wäre, die Arbeit gar nicht mehr zu machen.

Kirchen funktionieren nicht anders als Wirtschaftsunternehmen (weil sie im Grunde auch nichts anderes sind) - es muss gespart werden. Und wie in Wirtschaftsunternehmen auch, passiert das oft an den falschen Stellen.
von Sabine Graul
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Montag, 28. april 2008
Kindergottesdienste sind etwas Faszinierendes. Man kann dabei so unterschiedliche Erfahrungen sammeln.  In der Dresdner Kreuzkirche gibt es immer wieder andere Kinder. Am 20. April gab es dort den Konfirmationsgottesdienst. Es waren also vor allem die jüngeren Geschwister der Konfirmanden im KiGo. Ich hatte mir gedacht, ich könne das Thema der Konfirmanden aufgreifen und den KiGo daran ausrichten. Nun ja - soweit die Theorie; die Praxis gestaltete sich erheblich schwieriger. Die jungen Menschen, die mir dort anvertraut wurden, waren nicht weniger aufgeregt als die Konfirmanden selbst, hatten Angst, etwas zu verpassen. In solchen Momenten lässt sich inhaltlich eigentlich überhaupt nichts machen und der KiGo mutiert zu einer reinen Kinderbetreuung.

Es gibt aber auch das andere: neugierige Wesen, die sich mit relativ einfachen Mitteln und Formen von der Botschaft Jesu begeistern lassen: Geschichten als Puzzle, als Stationsspiele, als bekannte Brett- und Kartenspiele, selbsthergestellte Knete und daraus Figuren gebastelt.... die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ich finde es wichtig, von alten Mustern wegzukommen, nach dem Motto: "Ich erzähle mal eine Geschichte und dann malen wir ein Bild. Kinder wollen in Bewegung sein; ich nehme Kinder doch nicht aus der Kirche, damit sie woanders ruhig sitzen müssen.

In den Gemeinden sollten solche Formen möglich sein; in überalterten Innenstadtkirchen ist das schwieriger, weil man kaum mittelfristige Projekte im KiGo anlegen kann - Spaß macht es trotzdem. Und: auch solche umfangreicheren Projekte kosten die Gemeinde (und das ist wichtig) kaum Geld; Papier- und Kerzenreste sind meist vorhanden.
von Sabine Graul
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Dienstag, 22. april 2008
Am vergangenen Freitag gab es in der Dresdner Kreuzkirche "Nachtmusik und Nachtgedanken". Friedrich Schorlemmer sprach über die Bergpredigt. Einer der Sätze beschäftigt mich. Schorlemmer sprach davon, dass es eine Differenz gäbe zwischen dem, was wir als Christen sein sollten und dem was wir tatsächlich sind.

Dem muss nicht widersprochen werden; die Frage ist nur, wie man diese Differenz verringern kann? Stehen wir als Christen nicht vor der Erfahrung, in unserem Bemühen Christus nachzufolgen, ständig zu versagen? Es bleibt einem fast nichts anderes übrig, als vom Kirchendach zu springen, oder? Was treibt uns - trotz des Versagens - immer wieder in unserem Bemühen um die Nachfolge an?

Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alaßt uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. b Gedenkt an den, der soviel cWiderspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken laßt. (Hebr 12,1-3)

von Sabine Graul
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Dienstag, 15. april 2008
Am 05.02. d.J. schrieb ich schon einmal einen Beitrag über den kleinen Sohn einer Freundin - wie er die Kirche für sich entdeckte. Ich schrieb auch, dass ich es bedauerte, nicht dabei gewesen zu sein.

Am vergangen Sonntag hatte ich nun das Glück, den kleinen Kerl mal in der Kirche zu erleben. Und es war wirklich schön - das Staunen und die Freude. Der kleine Joris zeigt, dass es einfach nur schön ist, auf der Welt zu sein. Es gibt für so kleine Kinder in einer Kirche unheimlich viel zu entdecken - brennende Kerzen, andere Menschen. Sie strahlen so viel Lebensfreude aus.

Ich bin dankbar dafür, dass ich den kleinen Kerl "betreuen" durfte. Mir fiel dabei ein Satz aus der Bibel ein: "Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht" (Joh 12,46) - dieser Satz trifft wie kaum ein anderer auf Joris zu. Und ich wünsche allen, dass sie so etwas erleben dürfen. Wir können so viel von Kindern lernen.
von Sabine Graul
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Donnerstag, 3. april 2008
Eine große deutsche Boulevard-Zeitung titelte online: "Sensation - der Papst kommt 2009 nach Deutschland"


Ja, und? Ist doch seine Aufgabe - wo ist die Sensation?
von Sabine Graul
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Mittwoch, 2. april 2008
Britische Forscher haben aus menschlicher DNA und Eizellen von Tieren einen Embryonen geschaffen. Angeblich könnten diese Chimären bei der Behandlung von schweren Krankheiten helfen.

Wie weit wird das noch gehen? Wo sind die Grenzen menschlichen Handeln? Gehören Leid und Krankheit nicht ebenso zum Leben, wie Freude? Damit geht uns etwas ganz wesentliches verloren: Das Nachdenken über das Leben. Wenn wir mit Tod, Leide und Krankheit konfrontiert sind, werden wir uns (schmerzlich) bewusst, wie selbstverständlich für uns viele Dinge (einschließlich des Lebens) geworden sind.

Solche Forschungen werden unseren Tod zur Folge haben.


Bis hierher sollst du kommen, und nicht weiter (Hiob 38,11)

HERR, lehre mich doch, daß es (a) ein Ende mit mir haben muß und (b) mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß.
(Ps. 39,5)

Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; (a) wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden. (Mt. 16,25)

von Sabine Graul
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Dienstag, 1. april 2008
Am vergangenen Wochenende war in den Kirchen viel von der Taufe die Rede. Immer wieder hieß es, in der Taufe beginne Gott den Bund mit uns Menschen. Damit beginne ein neues Leben.

Ich persönlich habe mit einer solchen Aussage erhebliche Probleme, weil es Erwachsenentaufen nicht ernst nimmt. Wenn sich Erwachsene taufen lassen, dann hat das neue Leben schon begonnen; dann ist der Kontakt zu Gott schon hergestellt. Ansonsten käme man als Erwachsener nicht auf die Idee, sich taufen zu lassen.

Mein Taufpfarrer, Christian Schwarke, sagte in seiner Taufpredigt an mich gerichtet: "Wenn man sich wie Sie als Erwachsene dazu entschließt, getauft zu werden, dann hat man etwas gesehen. Dann hat man etwas erfahren von dem Geist des Lebens, den die Bibel den heiligen Geist nennt, und der nicht weniger ist als Gott selbst, so wie wir ihn erfahren." - Recht hat er.
von Sabine Graul
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Freitag, 28. märz 2008
Heute ging durch die Presse, dass Roger Kusch, ehemals Hamburger Justizsenator, seine "Selbstmord-Maschine" fertig habe - ein Automat, der es Menschen ermöglichen soll, zu sterben. Mit einem einzigen Knopfdruck können Menschen über ihr Leben und ihren Tod entscheiden. Der Automat funktioniert nach dem selben Prinzip wie die Giftspritze in den USA, nur das hier Menschen nicht durch fremde, sondern durch die eigene Hand sterben. Dazu müsse man nur die Nadel an die Vene setzen und den Knopf drücken.

Kusch selbst bezeichnet diese Maschine als Akt chritlicher Nächstenliebe. Ist es das? Ist es Nächstenliebe, jemanden qualvoll sterben zu lassen? Ich erinnere mich an die zahlreichen Berichte aus den USA, in denen erzählt wird, welche Pannen bei Hinrichtungen mit der Giftspritze schon aufgetreten sind - dort spritzen erfahrene Menschen. Wie soll jemand, der Ader von Vene nicht unterscheiden kann, sich, ohne zu leiden, töten.

Es ist kein Akt christlicher Nächstenliebe. Diese Maschine spricht klar gegen das Tötungsverbot aus Gen 20,13. Wer eine solche Maschine baut und bauen lässt, macht sich schuldig an Gott und den Menschen.

Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist nichts nütze. (Ps 60,13)
von Sabine Graul
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Über diesen Blog

  • : Religion für Neugierige von Sabine Graul
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  • : Der Blog nennt sich religionfuerneugierige - in Anlehnung an einen Taufvorbereitungskurs für Erwachsene. Er berichtet vom täglichen Wahnsinn im Leben eines Christen. Er fragt nach Gott und versucht mit der Bibel zu antworten.
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